Geistliches Wort

August 19th, 2019

Liebe Leserinnen und Leser,

über 2000 Jahre ist es her: Von Nah und Fern machten sich Menschen auf den Weg. Josef und Maria waren auch dabei, weil alle Welt sich schätzen lassen sollte. So erzählt es uns die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium.
Um Schätzungen, Erhebungen, Daten und Fakten dreht es bei uns und in aller Welt, seitdem das Corona-Virus unser Leben begleitet. Auf den Weg machen sollen wir uns so wenig wie möglich. Zuhause bleiben und Kontakte einschränken, das ist die gebotene Weisung, an die wir uns halten sollen, damit das Virus sich in einem gemäßigten und kontrollierbaren Tempo verbreitet. Viele sind verunsichert, manche auch ängstlich geworden in den vergangenen Monaten. Was darf ich noch, was können wir riskieren, wo liegen möglicherweise Freiheiten, die ich wahrnehmen kann, ohne mich oder andere zu gefährden?
Ängstlich und voller Sorge waren auch Josef und die schwangere Maria auf dem Weg. Jeder Schritt war mühsam. Jeder Tag beschwerlicher. Jederzeit konnte das Baby zur Welt kommen. Kein Raum, keine Herberge, kein Ort des Rückzugs war im Blick. Und Josef hätte seine Maria doch so gern beschützt.

So festlich und feierlich wir uns gern auf die Weihnachtstage vorbereiten – die ganze Erzählung der Weihnachtsgeschichte ist geprägt von Erfahrungen der Sorge und Unsicherheit.
Erst als Maria das Jesuskind zur Welt bringt, erscheint Licht, das die Dunkelheit stellenweise durchbricht. Ein Stern leuchtet über dem Stall und zieht Kundschafter aus fernen Ländern an.
Engel erscheinen den Hirten auf dem Feld und legen ihnen Gottes Worte ins Herz: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.
Weihnachten und ADVENT wird ganz anders sein in diesem Jahr.
Noch ist nicht abzusehen, was auf uns und auf die Welt zukommt.
Vor uns liegt eine Zeit der gespannten Erwartung und der Neugier, die mehr beinhaltet als Kerzenschein, Gemütlichkeit und Plätzchenbacken. Heute wie damals leben wir aus Worten und Zeichen, die Mut, Trost und Zuversicht schenken.
Über 2000 Jahr schon verbreitet sich das Wort der Hoffnung, das die Hirten als Erste hörten: Fürchtet euch nicht!
FROHE UND GESEGNETE ADVENTS-UND WEIHNACHTSTAGE
Bleiben Sie behütet,
Ihre Pastorin Maike Engelkes

Comments are closed.