Aktuelle Predigt

März 15th, 2020

Predigt anlässlich der Konfirmationen am 19.09.2020
„Du bist einzigartig“!
(1.Korinther 12,12+4+7)

Ihr wart schon eine besondere Konfirmandengruppe. So lebendig. So engagiert. So eigenständig. Ihr wusstet immer, was ihr wolltet. Und ihr wusstet immer, was ihr nicht wolltet. Und oft kam es mit euch zu stundenlangen Diskussionen, ob wir das so machen sollten wie ich mir das gedacht hatte oder ob wir das auch nicht ganz anders machen könnten. Immerhin war es ja euer Konfirmandenunterricht und da habt ihr ja auch ein Mitspracherecht.

Ihr wart schon eine besondere Konfirmandengruppe. So unterschiedlich und verschieden. Auf der einen Seite die Stillen und Leisen, die sich zurückhalten und nur dann etwas sagen, wenn sie an der Reihe sind. Auf der anderen Seite die, die eigentlich zu allem und jedem etwas zu sagen haben, ob sie nun an der Reihe sind oder nicht. Und dann gibt es da natürlich auch die, die überpünktlich sind, weil sie vorher schon miteinander quatschen wollen und es gibt diejenigen, die eigentlich fast immer zu spät kamen. Natürlich gab es dafür jedes Mal einen guten Grund und eine interessante Erklärung.

Ihr wart schon ein besondere Konfirmandengruppe und es war total ärgerlich und traurig, dass wir unseren Konfirmandenunterricht, der alles andere war als ein Unterricht an der Schule, so abrupt geendet ist. Eigentlich kommt das Beste im Konfirmandenunterricht am Schluß. Ich hatte mich so auf euren Vorstellungsgottesdienst gefreut und ihr euch auch. So viel Mühe habt ihr euch gemacht. Und natürlich haben wir uns auch auf die Stunde gefreut, in der ihr an mehreren Stationen in kleinen Gruppen nachweisen solltet, ob ihr ein wenig von dem begriffen habt, was wir besprochen haben und ob ihr die sechs Lernstücke auch beherrscht. Echt schade. Aber ich bin mir sicher, dass ihr das alles könnt und drauf habt, oder??? Na dann legt mal los! Wer fängt an? Ne, ne ist nur Spaß. Außerdem würdet ihr sowieso anfangen mit mir zu diskutieren und unendlich viele Gründe aufzählen, warum das jetzt nicht geht und nicht in Ordnung ist. Und so viel Zeit haben wir nicht.
Ihr wart eine besondere Gruppe. So lebendig, so engagiert, so eigenständig, so selbstständig, so verschieden und so unterschiedlich. Und das ist der Grund für diese Predigt heute und auch für das Lied, das wir eben gehört haben. „ID“ von Michael Patrick Kelly.

Schon mal was von einer ID gehört? Von deiner Identifikationsnummer? Du findest sie in deinem Personalausweis. Wie heißt es so schön im Beamtendeutsch: „Die Seriennummern von Personalausweis und Reisepass setzen sich aus einer vierstelligen Behördenkennzahl und einer fünfstelligen, zufällig vergebenen Nummer zusammen und können Ziffern und Buchstaben enthalten.“ Das also bist du, eine Identifikationsnummer, eine Nummer. Irgendeine Nummer unter Millionen und Milliarden anderer Nummern.

Und doch erkennt dich heute jedes System anhand einer Nummer, anhand deiner ID. Und doch weiß man ganz genau, wer du bist. Na ja, zumindest weiß man wie du heißt, wann du geboren bist und wo du wohnst. Irgendwie gruselig diese Vorstellung. Willkommen in unserer Welt. Und dennoch hat das auch eine gute Seite, es macht deutlich, dass du etwas Einzigartiges bist. Wir singt es Michael Patrick Kelly:
Wer bin Ich? Wer bist du? Wer sind wir?
Wir alle sind Menschen
Wenn du meine ID, ID, ID siehst
Mehr als ein Pass, ich bin einzigartig
Schau dir meine ID, ID, ID an,
du kannst du sein und ich bin ich
Lass mich deine ID, ID, ID anschauen
Ich sehe es in deinem Fingerabdruck, du bist einzigartig

Deshalb sehen wir heute auch eure Fingerabdrücke, deinen Fingerabdruck. Habt ihr euren schon entdecken können? Du bist einzigartig. Das ist die frohe Nachricht, die euch, die dir heute mit auf den Weg gegeben werden soll. Für Gott bist du einzigartig. Für Gott gibt es dich nur ein einziges Mal.

Über dem Anfang deines Lebens steht das große „Ja“ Gottes. Gott verspricht dir: „Ich habe dich gewollt. Ich habe dich unverwechselbar und einmalig in dieses Leben gegeben.“ Dieses „Ja“ wird sichtbar und spürbar vor allem in deiner Taufe. A lbert Einstein sagt einmal: „Gott würfelt nicht“ Bezogen auf dich heißt das: Gott hat dich so gewollt, wie du bist! Gott schenkt jedem und jeder von uns ein unverwechselbares Temperament. Wir sind alle sehr verschieden. Jeder Mensch hat von Gott nicht nur ein Temperament mitbekommen, sondern weitere Gaben und Fähigkeiten. Und die muss man erst mal entdecken und trainieren. Denn Gott verschenkt nicht nur Temperamente und Hormone, sondern auch den Kopf und Lebensaufgaben. Auch wenn du als lustiger und aktiver Mensch geboren bist, heißt das nicht, dass Gott sich von dir wünscht, spontan und planlos durchs Leben zu rennen. Und wenn du als ruhiger und eher passiver Mensch geboren bist, dann heißt das nicht, dass Gott sich von dir ein Leben als Mitläufer wünscht.

Paulus schreibt vor 2000 Jahren:
„Es ist wie beim menschlichen Körper. Er bildet eine Einheit und besteht doch aus vielen Körperteilen. Aber obwohl es viele Teile sind, ist es doch ein einziger Leib. So ist es auch mit Christus.
Es gibt verschiedene Gaben in der Kirche; aber es ist ein Geist.
Jeder bekommt eine Fähigkeit von Gott, mit der er allen in der Gemeinde helfen kann.“ (1.Kor. 12,12+4+7)

In der Kirche findet sich für alle Menschen eine Aufgabe, wenn sie denn mitmachen wollen! Nicht nur für die ruhigen, sondern auch für die kreativ-chaotischen. Nicht jeder kann lange Texte schreiben. Nicht jede kann gut singen. Nicht jede kann lange still sitzen. Aber jeder kann garantiert etwas anderes besonders gut. Wem die Welt der Worte manchmal etwas nebulös vorkommt, der kann vielleicht besser mit Technik. Wer genau hinsieht, der entdeckt bei jedem Menschen mindestens eine ganz besondere Fähigkeit, die ihn ausmacht. Jeder und jedem von euch hat Gott etwas ganz Besonderes mitgegeben. Manchmal dauert es etwas länger, bis wir herausfinden, was das ist, aber wer sich auf die Suche macht, der wird seine besonderen Talente finden. Zwei Dinge jedoch werdet ihr nie finden: Einen Menschen, der alles kann! Und einen Menschen, der gar nichts kann! Wenn wir daran glauben, dass Gott jede und jeden von uns so geschaffen hat, wie sie und er ist, dann sehen wir die Welt mit anderen Augen: Ich bin kein schlechter Mensch, weil ich kein Talent für Mathe habe. Ich geb mir Mühe (das ist wichtig!), aber mehr kann ich eben nicht tun.
Ich genieße das Leben trotzdem. Ich bin kein schlechter Mensch, weil ich anders aussehe als die Models im TV. Ich kaufe mir die Kleidung, die mir gefällt, und ich genieße das Leben trotzdem. Und plötzlich wird es nicht mehr wichtig, was die anderen sagen. Plötzlich weißt du: Du bist wertvoll, weil Gott dich so gemacht hat und nicht anders.

Wer bin Ich? Wer bist du? Wer sind wir?
Wir alle sind Menschen
Wenn du meine ID, ID, ID siehst
Mehr als ein Pass, ich bin einzigartig
Schau dir meine ID, ID, ID an,
du kannst du sein und ich bin ich
Lass mich deine ID, ID, ID anschauen
Ich sehe es in deinem Fingerabdruck, du bist einzigartig

„Es gibt verschiedene Gaben in der Kirche; aber es ist ein Geist.
Jeder bekommt eine Fähigkeit von Gott, mit der er allen in der Gemeinde helfen kann.“

Wenn ihr das mitnehmt in euer weiteres Leben und versucht, danach zu leben, dann hätte unsere gemeinsame Zeit einen Sinn gehabt. Mit all den Diskussionen, mit all den Gesprächen, mit eurer Kreativität und mit euren Unterschiedlichkeit und Einzigartigkeit. Amen.

 

 

Predigt anlässlich der Konfirmationen
am 20.
September 2020
Woran glaubst du?
(Matthäus 13,3-9 und 18-23)

Wie ist das eigentlich mit dem Glauben? Wie fängt alles an? Warum fängt ein Mensch eigentlich an zu glauben? Wer ist verantwortlich dafür? Vielleicht sie, liebe Familien? Oder hat der Pastor dafür zu sorgen, dass die Jugendlichen im Konfirmandenunterricht lernen, an Gott zu glauben? Oder sind es die Jugendlichen selbst, die Verantwortung für sich und ihr Leben und damit auch für ihren Glauben haben?

Wie man es dreht und wendet, Glaube scheint bei uns vorwiegend eine sehr ernste Sache zu sein, Glaube scheint eine Kopfsache zu sein. Glaube muss vernünftig erklärt und vermittelt und verstanden werden. So wie ich in der Schule Deutsch, Mathe, Englisch usw. lernen kann, so lerne ich im Konfirmandenunterricht etwas über den Glauben und über Gott. Heißt ja schließlich auch Unterricht. Glauben als Unterrichtsfach, als Lernfach. Deshalb ist der Glaube  eine ernste Sache mit dem Glauben.

Die Bibel sieht das etwas anders. Jesus wird nicht müde, den Menschen seiner Zeit zu sagen, dass niemand von allein einen Glauben haben kann. Der Glaube an Gott ist nicht reine Kopfsache, sondern hat viel mehr mit dem Bauch, der Seele und dem Herzen zu tun. Weil der Glaube etwas mit Vertrauen zu tun hat. Glaube ist ein Vertrauen zu einer Person, die mich liebt und die ich liebe. Dieses Vertrauen kann ich nicht erzwingen. Nicht in mir selbst und nicht bei anderen. Genau so wenig wie ich es erzwingen kann, dass mich jemand liebt oder ich jemanden liebe.

Vertrauen ist nicht auf einmal da, sondern wächst. Der Glaube wächst ganz langsam. Vor allem durch die Erfahrung, dass ich mich wirklich auf jemanden verlassen kann. Das ist mit einem Menschen, der mir zuhört, der mich ernst nimmt, grundsätzlich nicht anders als mit Gott.

Auch um Gott vertrauen zu können, brauche ich gute Erfahrungen. Gute Erfahrungen mit Gott, mit dem Leben und der Liebe.

Einmal sagte Jesus: »Seht doch: Ein Bauer ging aufs Feld, um zu säen. Während er die Körner auswarf, fiel ein Teil davon auf den Weg. Da kamen die Vögel und pickten sie auf. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nicht viel Erde gab. Die Körner gingen schnell auf, weil sie nicht tief im Boden lagen. Aber als die Sonne hoch stand, wurden die Pflanzen verbrannt. Und sie vertrockneten, weil sie keine tiefen Wurzeln hatten. Ein anderer Teil fiel zwischen die Disteln. Die Disteln schossen hoch und erstickten die junge Saat. Aber ein anderer Teil fiel auf guten Boden. Die Körner brachten gute Frucht. Manche Pflanzen brachten hundert, andere sechzig, andere dreißig Körner Frucht.

Das ist schon seltsam und wunderbar zugleich. Ein Korn. Wie klein und wie leicht kann man ein solches Korn zerdrücken. Wie leicht kann man

beginnendes Leben und auch beginnenden Glauben zerstören. Wie leicht kann man beginnendes Vertrauen und beginnenden Glauben im Keim ersticken. Man sieht dem Korn nicht an, was in ihm steckt. Man muss nur warten, so wächst aus dem Korn ganz langsam eine kleine grüne Pflanze, die allmählich immer größer wird und wieder neue Körner produziert. Und Jesus geht ganz selbstverständlich davon aus: So wie ein Korn wächst und wächst und Frucht bringt, genauso wächst auch unser Glaube.

Liebe Konfirmandinnen, liebe Konfirmanden,

woran glaubt ihr? Was für eine Frage. Ob ihr alle darauf schon eine Antwort habt oder überhaupt haben könnt ? Das Glaubenskorn ist doch gerade erst in euch gelegt und gepflanzt worden. Ihr braucht Zeit. Ich bin mir sicher, dass alle von euch an etwas glauben. Selbst wenn sie von sich behaupten, sie glauben an Nichts. Dann glauben sie eben an Nichts. Aber ihr seid ja noch gar nicht am Ende eures Lebens- und Glaubensweges. Ihr seid doch erst am Anfang. Ihr habt ja noch Zeit. Ich bin gespannt, was aus euch und eurem Glauben werden wird. Welcher Glaube in euch wachsen wird.  Ob irgendwann der Glaube an Gott, an Jesus eine Rolle spielen wird. Wie wird es bei euch sein ? Fällt euer Glaubenskorn auf den Weg, auf felsigen Boden, auf Disteln und vertrocknet nach und nach. Oder wird es auf fruchtigen Boden fallen und wachsen und wachsen und Frucht bringen. Keine Ahnung wie es bei euch, bei dir werden wird. Lassen wir uns überraschen. Lass du dich überraschen.

Heute will ich euch von Johannes Oerding erzählen. Von einem seiner älteren Lieder auf seiner CD „Erste Wahl“. Es heißt: „Wenn es einen Gott gibt“

Wie lange wird es dauern, bis etwas geschieht,
Komm‘ endlich herunter, sag‘ mir, was es neues gibt,
Ich will nicht länger warten, denn so langsam zählen Taten,
Kann die Wolken nicht mehr sehen, die vor meiner Sonne schimmern, denn der graue Himmel macht alles nur noch schlimmer. Laß‘ mich endlich ausreden, verschone mich mit Ausreden, jetzt, sofort und hier. Komm zu mir. Wenn es einen Gott gibt, der macht das alles wieder gut wird.
Wenn es einen Gott gibt, Warum kommt er nicht dann einfach runter, und macht, dass alles gut wird, dass alles wieder gut wird. Wenn es einen Gott gibt.
Du kommst immer zu spät, bist du vielleicht ’ne Frau,
Irgend sowas muß es sein, ich weiß es ganz genau,
Ich will Dich für mich alleine, wenn Du weißt, was ich meine.
Wie kannst Du nur so zusehen, merkst Du nicht wie ich leide,
fühle mich als wäre ich aus Zucker oder Seide,
Warum gibst Du mir kein Zeichen,
Ich stelle alle Weichen,
Jetzt, sofort und hier komm‘ zu mir.
Wenn es einen Gott gibt, der macht das alles wieder gut wird,
Wenn es einen Gott gibt, warum kommt er nicht dann,
Einfach runter, und macht das alles gut wird,
Das alles wieder gut wird,
Wenn es einen Gott gibt.

Ich finde es total spannend, dass jemand wie Johannes Oerding, der damals bei weitem noch nicht so bekannt war wie heute, sich traut, so ein Glaubensbekenntnis abzulegen.

Heute will ich euch von mir erzählen. Ich kann euch nicht erklären, warum und wann und wie ich angefangen habe zu glauben. Mein Glaube ist gewachsen. Allmählich. Ganz langsam. Irgendwann habe ich gespürt und gemerkt, dass mir die Bibel wichtig ist und ich mich dafür interessiere. Irgendwann habe ich gespürt, dass dieser Glaube, dass Gott und vor allem Jesus Christus etwas mit mir und meinem Leben zu tun hat, Folgen für mein Denken, Reden und Handeln hat. Ich kann bis heute nicht sagen, wann und wie und warum. Ich bilde mir nichts darauf ein, weil ich nichts dafür kann. Aber ich bin sehr dankbar dafür. Es ist wirklich so, als ob Gott irgendwann ein kleines Korn in mich eingepflanzt hat, dass ganz langsam und allmählich gewachsen ist und immer noch wächst. Denn ich stelle nach wie vor fest, dass ich nicht am Ende meines Glaubensweges angekommen bin.

In unserer gemeinsamen Zeit ging es darum, euch wachsen zu lassen. So wie es in eurem bisherigen Leben darum ging, euch wachsen zu lassen. Die Menschen, die euch bisher begleitet haben, eure Eltern, eure Großeltern, Onkel, Tante und Paten, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrer und Lehrerinnen, und in den zurückliegenden zwölf Monateneben auch ich, euer Pastor, wollten euch nicht groß ziehen – wir wollten euch wachsen lassen. Ihr sollt allmählich hineinwachsen können in die Welt und in den Glauben. Im Konfirmandenunterricht solltet ihr erfahren , dass der Glaube für euch eine Hilfe zum Leben sein will und kann. Ihr seid am Anfang eures Weges. Ihr seid noch nicht erwachsen, sondern seid dabei Erwachsene zu werden. Ihr werdet auch weiterhin wachsen. Denn das Wachsen hört niemals auf, auch nicht das Wachsen eures Glaubens. Glaube ist nicht ausschließlich und nicht in erster Linie Kopfsache. Glaube hat ganz viel mit dem Bauch, der Seele, dem Herzen zu tun. Glaube hat ganz viel mit Gefühlen zu tun. Glaube ist nichts, was ich erzwingen kann, was ich

mir erarbeiten kann. Glaube ist ein Geschenk. Etwas, dass mir geschenkt wird, ohne dass ich dafür etwas tun müsste und könnte. Einfach so. Aus Liebe. Weil Gott mich liebt. Weil Gott uns liebt. Deshalb liegt es nicht nur und nicht in erster Linie an uns, ob wir vertrauen, lieben, hoffen und glauben oder eben nicht.

Das macht Jesus mit seinem Gleichnis auf eindrucksvolle Weise deutlich. Nicht wir sind es, die sich ihren Glauben zu verdanken haben.  So wie ein Bauer den Samen auf sein Land bringt und in den Acker sät, so pflanzt Gott in uns den Samen des Glaubens ein. So wie ein Bauer für die Rahmenbedingungen sorgt, damit das Korn wachsen kann, indem er den Boden lockert und düngt, für ausreichend Wasser sorgt, Unkraut beseitigt, so sorgt Gott für die Rahmenbedingungen, damit wir wachsen können, damit unser Glaube wachsen kann. Er schenkt uns das Leben, stellt uns Menschen an die Seite, die für uns sorgen, die uns bei unserem Wachstum begleiten, die uns lieben. Unsere Eltern, Großeltern, Geschwister, Paten, Onkel, Tanten, Erzieherinnen, Lehrer, Pastor. Wir können den Glauben nicht lernen. Glaube entsteht nicht durch Lernen. Auch nicht durch das Auswendig lernen vom 23.Psalm, Vaterunser, Glaubensbekenntnis usw. Glaube entsteht so wie das Wachsen eines Korns. Kaum zu sehen. Kaum zu verstehen. Kaum zu erklären. Aber es wächst. Das ist das Entscheidende, das Erste und das Wichtigste, worauf wir uns verlassen können.

Auf diese Erste folgt das Zweite. Mit diesem Geschenk Gottes, mit dieser Gabe ist eine Aufgabe und Verantwortung verbunden. Um jedes kleine Korn muss man sich kümmern und bemühen. Und das gilt auch für unseren Glauben. Gott will sicher nicht, dass wir unsere Hände in den Schoß legen und nichts tun. Und genau das ist das Zweite. Gott nimmt uns unsere Mitverantwortung für das Leben, den Glauben, den Mitmenschen und seine Schöpfung nicht ab.  Also woran glaubst du? Und woran wirst du glauben?

Wie lange wird es dauern, bis etwas geschieht, Komm‘ endlich herunter, sag‘ mir, was es neues gibt. Kann die Wolken nicht mehr sehen, die vor meiner Sonne schimmern, denn der graue Himmel macht alles nur noch schlimmer. Laß‘ mich endlich ausreden, verschone mich mit Ausreden, jetzt, sofort und hier. Komm zu mir.

Wenn ihr so etwas irgendwann sagen und glauben könnt, dann war unsere gemeinsame Zeit der Anfang eures Weges mit Gott und dem Glauben. Amen.

  • Comments(0)

Comments are closed.