Geistliches Wort

Juli 29th, 2017

Liebe Leserinnen und Leser,

„So kann das bleiben!“ Wenn es so richtig schön ist, dann denke ich so einen Satz. Wenn im Urlaub die Sonne scheint und der Gedanke an die nächsten Aufgaben noch ganz weit weg ist, wenn die Abendsonne ein warmes Licht über das Gras legt, dann kann es gerne so bleiben. Tatsächlich bleibt es nicht so, aber das nimmt dem Augenblick nicht die Schönheit.
Es gibt Augenblicke, von denen unsere Seelen lange zehren. Es gibt Momente, die der Seele Kraft geben. Meist können wir uns auch darauf besinnen, welche Momente das gewesen sind. Sie sind gar nicht so häufig. Sie sind kostbar. Manchmal sagen mir Menschen, dass sie in der Natur Gott gefunden haben. Ich vermute, dass damit auch ein solcher Augenblick der Kraft für die Seele gemeint ist und der wird mit dem Glauben an Gott interpretiert: Man spürt einen Augenblick lang die Ewigkeit und, wer an Gott glaubt, in der Ewigkeit den Ewigen.
Petrus hatte solch ein Erlebnis der Gottesnähe auf einem Berg, als er mit Jesus unterwegs war (Mk 9, 2-9). „So kann das bleiben!“ hat er Jesus vorgeschlagen, aber er bekam seinen Wunsch nicht erfüllt. Er musste mit Jesus den Berg wieder verlassen und in die Niederungen des Alltags zurück. Der Weg an Jesu Seite war beschwerlich.
Petrus brauchte dafür die Kraft aus der Gottesnähe auf dem Berg.

Dass wir Gott in der Natur, auf einem Konzert oder in einem Gotteshaus erfahren können, ist das eine. Etwas anderes ist, ob wir mit der Kraft, die wir darin geschenkt bekommen, egoistisch unseren eigenen Weg gehen oder ob wir an Gottes Seite in seinem Sinn den Weg gehen, den Jesus mit dem Gebot der Liebe bezeichnet hat.

Eine gesegnete Sommerzeit
wünscht Ihnen
Pastor Jochen Hose

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